Eine Schneeschuhwanderung in der Wildschönau/Tirol

Eine Schneeschuhwanderung in der Wildschönau/Tirol

Nun war es endlich wieder soweit, wir durften wieder zum Skifahren nach Tirol. Nichts hatte ich mir sehnlicher gewünscht als meine geliebten Berge wieder im Winterkleid genießen zu dürfen. Im Sommer schon oft per Bike & Hike die Gipfel gestürmt aber die Sehnsucht nach den Winteraktivitäten wurde immer größer. Neben Skifahren und Rodeln wollte ich schon lange einmal das Schneeschuhwandern ausprobieren. Diesmal sollte es klappen. Ich hatte von Einheimischen, meinen Gastgebern und Freunden schon so viel davon gehört und war sehr neugierig, was mich erwartet.

Mit der Wildschönau Card konnte ich mir ganz unkompliziert die Schneeschuhe bei meinem Skiverleih ausleihen. Dies geht auch direkt beim Tourismusverband; ein toller Service.

Man sollte allerdings in der Hauptsaison vorab reservieren, damit die Schneeschuhe auch vorrätig sind.

Ich fuhr vormittags noch ein paar schöne Abfahrten am Schatzberg bevor ich mich im Tal auf die Wanderung am Nachmittag vorbereitete. Nachdem ich dann noch meine Stöcke geholt hatte, die man nämlich auch benötigt hatte ich das Glück mit meinem Gastgeber Ehepaar alleine los zu marschieren.

Eine geführte Tour ist auf jeden Fall empfehlenswert, wenn man nicht ortskundig und erfahren ist. Dies bietet der Tourismusverband auch an. In meinem Fall hatte ich einheimische Guides also Luxus pur.

Zunächst wanderten wir aus Auffach hinaus bis wir die Schneeschuhe anschnallten. Die Technik versteht man auch als ungeübter schnell und auch das Laufen gepaart mit Stockeinsatz ging leichter als gedacht.

Nach ein paar Schritten findet man einen Rhythmus und kann die bezaubernde Landschaft genießen.

Ich atme die klare Bergluft im Wechselspiel mit dem Geruch von feuchtem Waldboden und Tannennadeln. Der Schnee knirscht laut unter den Krallen der Schneeschuhe, aber trotzdem herrscht eine angenehme Stille, die mich den Alltag vergessen lässt. Ich fahre sprichwörtlich runter und fühle mich Eins mit der herrlichen Natur. Die Sonne lässt die Eiskristalle glitzern auf der schneebedeckten Wiese über die wir querfeldein wandern. Der Himmel hat ein atemberaubendes Farbenspiel welches mal in verschiedenen Blautönen erscheint und den Schnee eisblau wirken lässt und dann wieder in rosatönen ein abendliches Licht zaubert, so dass alles angewärmt wirkt. Ab und zu lässt die Sonne noch ein paar goldgelbe Strahlen hinab und somit zeigt sich die Natur wieder in einem anderen Bild.

Ich halte manches Mal an um inne zu halten und den Blick in die Natur und die Bergwelt zu genießen aber auch um etwas zu verschnaufen, denn es ist für einen Flachländer in der Höhenluft und bergauf immer anstrengend, egal welche Fitness.  Der Vorteil hier ist, man geht sein eigenes Tempo und somit kann Jeder diese Art der Bewegung in der Natur genießen ob geübt oder ungeübt.

Bei Erreichung der Mitterberg Alm werde ich von meinen Begleitern abgeklatscht und zur Belohnung gibt es ein mitgebrachtes Schnapserl. Nun überkommt mich schon eine innere Freude und Stolz wie bei Erreichung eines Gipfelkreuzes.

Bei der anstehenden Foto-Session, bemerke ich, dass man mit Schneeschuhen nicht so wendig ist und besser geradeaus als rückwärtsgeht und sich nicht mal eben drehen kann. Fast hingefallen und viel gelacht, haben wir aber dann wunderschöne Bilder im Kasten.

Nun ziehen wir unsere Jacken, die wir für den Aufstieg im Rucksack hatten an und gehen auf der anderen Seite der Alm wieder hinab. Ich bekomme noch eine kleine Einweisung etwas in Rückenlage zu gehen und die Krallen der Schneeschuhe mit etwas Druck in den Boden zu geben. Gesagt getan, merke ich, dass dieses Bergabgehen wahrscheinlich am kommenden Tag für etwas ziehen im Gesäß sorgen wird, aber es funktioniert alles prima nach ein paar Metern.

Nun queren wir einen Bach über eine niedliche, verschneite Brücke bevor es durch einen Wald geht. Alles wirkt auf mich wie eine Märchenlandschaft und das Lächeln in meinem Gesicht scheint eine Endlosschleife zu sein. Nach jeder Kurve oder hinter jedem kleinen Hügel gibt es wieder und wieder neue Ausblicke, an denen ich mich erfreuen kann. Das Wechselspiel der Farben und der Gerüche begleitet uns die ganze Zeit.

Hinter dem Wald erwartet uns das Plateau der Steiner Höfe mit einem weiten Blick über diese Ebene und hoch in die Berge. Ein altes wunderschönes Bauernhaus liegt inmitten dieses Plateaus wie ein einsames Juwel in einem Schmuckkasten.

Hier schnallen wir die Schneeschuhe wieder ab und wandern so weiter bis wir zurück in Auffach sind.

Für mich ein unvergessliches Erlebnis, welches ich unbedingt nochmal erleben möchte.

Meine Empfehlung für alle, die die Natur lieben und sich draußen bewegen möchten sollten einmal eine Schneeschuhwanderung wagen, allerdings nur geführt.

Bericht von einem Wildschönau-Fan

(Im Sommer wie im Winter!)